Mecklenburg-Vorpommern: AfD vorn – „Frau gegen Blau“ verliert, CDU bei 4,9 Prozent

Mecklenburg-Vorpommern: AfD vorn – Frau gegen Blau verliert, CDU bei 4,9 Prozent

Schwerin – Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern bringt einen politischen Paukenschlag: Die AfD liegt nach den aktuellen Hochrechnungen vorn, während die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf Platz zwei landet. Besonders bitter fällt das Ergebnis für die CDU aus: Sie kommt nur auf rund 4,9 bis 5,0 Prozent und muss damit um den Wiedereinzug in den Landtag bangen.

Ausgerechnet der Wahlkampf, den Manuela Schwesig unter dem Slogan Die Frau gegen Blau zugespitzt hatte, endet damit nicht mit einem SPD-Sieg. Die Strategie der Ministerpräsidentin zielte darauf, die Wahl zu einem Duell zwischen SPD und AfD zu machen. Genau diese Zuspitzung hatte bereits im Vorfeld für Diskussionen gesorgt.

AfD erstmals stärkste Kraft

Nach der aktuellen Hochrechnung erreicht die AfD 37,9 Prozent. Die SPD folgt mit 35,7 Prozent. Damit wäre die AfD erstmals bei einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft. Gleichzeitig kann sie ihr Ergebnis gegenüber der Landtagswahl 2021 deutlich steigern.

Für die AfD bedeutet das Ergebnis allerdings nicht automatisch den Weg in die Landesregierung. Eine Regierungsbildung hängt von der Sitzverteilung und möglichen Koalitionen ab. Andere Parteien haben eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen.

Schwesigs Strategie geht nicht vollständig auf

Manuela Schwesig konnte den Abstand zur AfD im Wahlkampf zwar deutlich verkürzen. Noch wenige Wochen vor der Wahl lag die SPD in Umfragen teilweise deutlich zurück. Die Ministerpräsidentin setzte dabei stark auf ihre persönliche Bekanntheit und ihre Landesbilanz.

Der Slogan Die Frau gegen Blau wurde zum zentralen Symbol dieses Wahlkampfs. Die Rechnung, damit die AfD zu stoppen und gleichzeitig die SPD zur stärksten Kraft zu machen, geht nach den aktuellen Zahlen jedoch nicht auf.

Die SPD bleibt allerdings mit 35,7 Prozent eine der beiden dominierenden Kräfte im neuen Landtag. Schwesig kann damit trotz Platz zwei auf ein erhebliches Wählerpotenzial verweisen.

CDU erlebt historisches Debakel

Noch dramatischer fällt der Blick auf die CDU aus.

Die Christdemokraten kommen nach der aktuellen Hochrechnung nur auf 4,9 Prozent beziehungsweise rund fünf Prozent. Damit steht die Partei unmittelbar an der Fünf-Prozent-Hürde. Sollte das Ergebnis bei 4,9 Prozent bleiben und keine andere Regelung greifen, wäre die CDU nicht im Landtag vertreten.

Für die CDU wäre das ein historischer Tiefpunkt. Bereits die ARD bezeichnete das Ergebnis als das schlechteste Landtagswahlergebnis der CDU seit Gründung der Bundesrepublik.

Der Wahlkampf wurde für die CDU zusätzlich dadurch erschwert, dass sich das politische Duell immer stärker auf SPD und AfD konzentrierte. Spitzenkandidat Daniel Peters konnte diese Dynamik offenbar nicht aufbrechen.

Wer sitzt künftig im Schweriner Landtag?

Nach der aktuellen Hochrechnung zeichnen sich folgende Ergebnisse ab:

  • AfD: 37,9 Prozent
  • SPD: 35,7 Prozent
  • Linke: 6,5 Prozent
  • Grüne: 5,6 Prozent
  • CDU: 4,9 Prozent
  • BSW: 4,9 Prozent
  • FDP: 1,0 Prozent

Die Zahlen sind noch nicht das amtliche Endergebnis und können sich im weiteren Verlauf der Auszählung verändern.

Politischer Abend mit Folgen

Das Ergebnis aus Mecklenburg-Vorpommern dürfte weit über Schwerin hinaus diskutiert werden. Die AfD erreicht ihr bislang stärkstes Ergebnis im Land und wird erstmals stärkste Kraft. Die SPD kann trotz Platz zwei ihre Position behaupten. Die CDU dagegen steht unmittelbar vor einem historischen Absturz unter die Fünf-Prozent-Hürde.

Damit ist eines bereits klar: Der Wahlabend in Mecklenburg-Vorpommern hat die politische Landschaft im Nordosten Deutschlands deutlich verändert.

Aus Frau gegen Blau wird damit ein Wahlabend, an dem Blau erstmals ganz oben steht – während die CDU um ihren Platz im Landtag bangen muss.

Stand: 20. September 2026, aktuelle Hochrechnungen. Das amtliche Endergebnis steht noch aus.

André Braselmann

Ich bin unabhängiger freier Journalist aus der Verbandsgemeinde Rülzheim in der Südpfalz.

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