Warum der Linksextremismus nicht länger verharmlost werden darf – Die neue Statistik zur politisch motivierten Kriminalität ist ein Weckruf. Deutschland verzeichnet mit mindestens 85.000 politisch motivierten Straftaten im Jahr 2025 einen neuen Höchststand. Während Politik und Medien seit Jahren vor allem über Rechtsextremismus diskutieren, zeigen die aktuellen Zahlen eine Entwicklung, die nicht länger ignoriert werden kann: Den stärksten Anstieg verzeichnen linksextreme Straftaten und linksextreme Gewalt.
Natürlich bleibt der Rechtsextremismus zahlenmäßig die größte Einzelkategorie innerhalb der politisch motivierten Kriminalität. Doch wer die Debatte allein darauf reduziert, blendet einen wesentlichen Teil der Realität aus. Die Sicherheitsbehörden registrierten bei linksextremen Straftaten einen Anstieg von rund 35 Prozent auf über 13.000 Delikte. Noch drastischer fällt die Entwicklung bei Gewalttaten aus: Plus 42,6 Prozent auf 1.087 Fälle.
Diese Zahlen sind keine Randnotiz. Sie dokumentieren eine zunehmende Radikalisierung, die sich längst nicht mehr nur gegen Sachen richtet. Angriffe auf politische Gegner, Brandanschläge auf Infrastruktur und gezielte Einschüchterung gehören inzwischen zum Repertoire extremistischer Täter.
Besonders bemerkenswert ist die Verteilung der Gewalt gegen Parteien. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums entfielen 121 Gewalttaten auf Funktionäre und Mitglieder der AfD. Gegen Vertreter aller übrigen Parteien zusammen wurden lediglich 62 Gewaltdelikte registriert. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle vermuten die Ermittler Täter aus dem linksextremen Spektrum.
Eine Demokratie misst sich nicht daran, welche politische Partei betroffen ist. Wer Gewalt gegen politische Gegner relativiert, weil ihm deren Ansichten missfallen, verlässt den Boden demokratischer Prinzipien. Das Gewaltmonopol liegt beim Staat und nicht bei selbsternannten Aktivisten.
Hinzu kommt ein weiterer beunruhigender Trend: Internationale Konflikte werden zunehmend auf deutschem Boden ausgetragen. Der Nahost-Konflikt wirkt sich unmittelbar auf die Sicherheitslage aus. Tausende Straftaten werden mittlerweile religiösen oder ausländischen Ideologien zugerechnet. Die gesellschaftliche Polarisierung nimmt damit weiter zu.
Die eigentliche Botschaft der Statistik lautet daher nicht, dass ein Extremismus den anderen ersetzt. Vielmehr wächst der Druck von mehreren Seiten gleichzeitig. Rechtsextremismus, Linksextremismus, religiöser Extremismus und ausländisch motivierte Konflikte belasten den gesellschaftlichen Zusammenhalt und stellen die Sicherheitsbehörden vor enorme Herausforderungen.
Wer die Demokratie schützen will, darf deshalb nicht mit zweierlei Maß messen. Jeder Extremismus, der Gewalt als politisches Mittel akzeptiert, ist eine Gefahr für den Rechtsstaat. Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich: Linksextremismus ist kein romantischer Protest und keine jugendliche Rebellion. Dort, wo Menschen angegriffen, Infrastruktur sabotiert und politische Gegner eingeschüchtert werden, beginnt Extremismus – und der muss unabhängig von seiner ideologischen Farbe konsequent bekämpft werden.
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André Braselmann
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