Wir schaffen das

Wir schaffen das

Der Satz, der Deutschland bis heute einholt – Ein politischer Slogan mit langem Schatten

Es gibt Sätze, die Geschichte schreiben. Und es gibt Sätze, die ein Land bis heute verfolgen. Angela Merkels „Wir schaffen das“ gehört zweifellos zur zweiten Kategorie.

Für ihre Anhänger war es ein Zeichen der Humanität. Für ihre Kritiker wurde der Satz zum Symbol einer Politik, die Risiken ausblendete und Warnungen als Panikmache abtat. Heute, nach zahlreichen islamistisch motivierten Anschlägen und vereitelten Terrorplänen, drängt sich für viele die Frage auf:

Hat Deutschland den Preis für politischen Wunschdenken unterschätzt?

Wer Risiken kleinredet, darf sich über Misstrauen nicht wundern

Der politische Islamismus ist nicht erst 2015 entstanden. Doch die Migrationspolitik jenes Jahres wird von vielen Kritikern als Zäsur betrachtet, weil sie die Zahl der Menschen erhöhte, deren Identität und Hintergrund nicht immer unmittelbar überprüft werden konnten. Dass sich unter den Schutzsuchenden auch einzelne spätere Attentäter befanden, ist dokumentiert.

Deshalb erscheint es vielen Bürgern legitim, einen Zusammenhang zwischen politischen Entscheidungen und einer veränderten Sicherheitslage zu diskutieren. Wer diese Debatte reflexhaft als unsachlich oder menschenfeindlich abtut, verhindert Aufarbeitung statt sie zu ermöglichen.

Moral ersetzt keine Sicherheitspolitik

Jahrelang schien in der Migrationsdebatte ein moralischer Reflex wichtiger zu sein als eine nüchterne Risikoanalyse. Wer auf Probleme hinwies, wurde häufig schneller etikettiert als angehört.

Doch Anschläge unterscheiden nicht zwischen politisch linken, rechten oder liberalen Weltbildern. Sie treffen Menschen. Sicherheitspolitik muss deshalb von Fakten, Gefahrenanalysen und konsequentem Handeln geprägt sein – nicht von Symbolpolitik.

Verantwortung endet nicht mit dem Ausscheiden aus dem Amt

Politische Entscheidungen wirken oft über viele Jahre nach. Deshalb gehört es zu einer demokratischen Debatte, auch die Folgen früherer Entscheidungen kritisch zu bewerten.

„Wir schaffen das“ bleibt für viele Menschen weniger ein Satz der Hoffnung als vielmehr das Symbol einer Politik, deren Konsequenzen bis heute kontrovers diskutiert werden. Wer politische Verantwortung übernimmt, muss sich auch dieser Diskussion stellen.

Der Kern des Problems

Angela Merkels Satz ist nicht die Ursache des politischen Islamismus. Für den größten Teil der Bevölkerung steht er jedoch sinnbildlich für eine Migrationspolitik, die Sicherheitsbedenken unterschätzte und Warnungen zu lange ignorierte. Gerade deshalb bleibt „Wir schaffen das“ einer der umstrittensten Sätze der deutschen Nachkriegsgeschichte – und wird die politische Debatte noch lange prägen.

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André Braselmann,
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