Steuergelder gegen die Opposition? Warum die Millionenförderung für Anti-AfD-Organisationen Fragen aufwirft. Über 300 Millionen Euro Förderung – und dieselben Organisationen mobilisieren gegen den AfD-Parteitag.
Wenn Organisationen, die zu Protesten gegen den AfD-Parteitag in Erfurt aufrufen, in den vergangenen Jahren zugleich mit hunderten Millionen Euro aus öffentlichen Förderprogrammen unterstützt wurden, ist eine kritische Debatte unvermeidlich. Nach Angaben der Bundesregierung erhielten zahlreiche beteiligte Verbände und Initiativen staatliche Fördermittel. Die Gesamtsumme der Förderungen beläuft sich demnach auf mehr als 300 Millionen Euro.
Damit ist jedoch nicht automatisch belegt, dass diese Fördergelder für die Proteste oder Blockaden verwendet wurden. Dennoch entsteht bei vielen Bürgern ein Eindruck, der politisch brisant ist: Der Staat fördert Organisationen, die sich aktiv gegen eine demokratisch zugelassene Oppositionspartei engagieren.
Neutralität des Staates steht auf dem Prüfstand
Der demokratische Staat hat die Aufgabe, parteipolitisch neutral zu handeln. Genau deshalb wirft die enge Verflechtung zwischen staatlich geförderten Organisationen und politischen Protesten Fragen auf. Selbst wenn die Fördergelder ausschließlich für andere Projekte bestimmt sind, bleibt die öffentliche Wahrnehmung ein Problem.
Vertrauen in staatliche Institutionen entsteht nicht allein durch rechtliche Korrektheit, sondern auch durch nachvollziehbare# Transparenz und den Eindruck fairer Behandlung aller politischen Wettbewerber.
Demokratie braucht politische Auseinandersetzung – keine Zweifel an der Fairness
In einer Demokratie gehören Demonstrationen ebenso dazu wie politische Kritik. Ebenso selbstverständlich ist aber die Erwartung, dass der Staat keine Seite des demokratischen Wettbewerbs bevorzugt. Wer öffentliche Gelder erhält, sollte offenlegen, wofür diese eingesetzt werden und wie eine klare Trennung zwischen geförderter Projektarbeit und parteipolitischem Engagement sichergestellt wird.
Transparenz ist die beste Antwort
Deshalb braucht es vollständige Transparenz: Welche Organisation erhielt welche Fördermittel? Für welche konkreten Projekte? Welche Kontrollmechanismen verhindern, dass öffentliche Gelder mittelbar für parteipolitische Mobilisierung eingesetzt werden?
Diese Fragen richten sich nicht gegen das Demonstrationsrecht. Sie richten sich an den Staat selbst. Denn Demokratie lebt davon, dass Bürger darauf vertrauen können, dass ihre Steuergelder nach nachvollziehbaren und politisch neutralen Maßstäben vergeben werden.
Wer dieses Vertrauen erhalten will, sollte Transparenz nicht als Belastung verstehen, sondern als demokratische Pflicht.
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André Braselmann
ist ein unabhängiger Freier Journalist aus der Verbandsgemeinde Rülzheim in der Region Südpfalz.
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