Der beste Wahlkampfmanager sitzt im Amt

Der beste Wahlkampfmanager sitzt im Amt

Der beste Wahlkampfmanager sitzt im Amt – Manchmal fragt man sich, wer eigentlich den erfolgreicheren Wahlkampf führt:
die Partei – oder ihre Gegner.

Der Landesverfassungsschutz Niedersachsen wollte offenbar ein Signal setzen. Herausgekommen ist ein politisches Großplakat.

Kaum wird die Alternative für Deutschland eingestuft, inszeniert sich das bekannte Schauspiel: ernste Mienen, moralische Belehrungen, Talkshow-Runden im Dauerfeuer. Der Subtext: „Achtung, Gefahr!“

Nur: Wer jahrelang Millionen Wählern erklärt hat, sie seien entweder fehlgeleitet oder latent extremistisch, darf sich nicht wundern, wenn diese irgendwann sagen: Jetzt erst recht.

Denn was für Behörden eine Maßnahme ist, ist für Anhänger eine Auszeichnung.
Was als Warnung gedacht war, wird zur Selbstvergewisserung.
Was delegitimieren sollte, stiftet Identität.

Die Mechanik ist simpel:
Je stärker der institutionelle Druck, desto stärker das Gefühl, „gegen das System“ zu stehen. Und wer sich ohnehin nicht gehört fühlt, wertet Gegenwind als Beweis der eigenen Bedeutung.

Natürlich hat der Verfassungsschutz einen gesetzlichen Auftrag.
Aber Politik ist keine Laborumgebung. Sie ist Psychologie, Gefühl, Erzählung.

Und die Erzählung lautet jetzt:
„Der Staat greift ein, weil wir zu stark werden.“

Ob das stimmt, ist fast irrelevant. Entscheidend ist, dass es verfängt.

Vielleicht wollte man eine Grenze markieren.
Vielleicht wollte man abschrecken.

Am Ende bleibt eine unbequeme Pointe:
Wer politische Gegner mit Behörden kleinhalten will, könnte gerade deren effektivsten Wahlkampfmanager gespielt haben.

Und das völlig kostenlos.

André Braselmann

Ich bin unabhängiger freier Journalist aus der Verbandsgemeinde Rülzheim in der Südpfalz.

  • Ich berichte über Ereignisse, Menschen und Entwicklungen aus unserer Region.
  • Meine journalistische Arbeit finanziert sich nicht durch staatliche Fördermittel.
  • Unabhängiger Journalismus lebt von der Unterstützung seiner Leserinnen und Leser.

Gute Berichterstattung entsteht nicht von selbst. Sie braucht Zeit, Recherche und direkten Kontakt zu den Menschen vor Ort.

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