Telefonterror in der Pfalz – Seit geraumer Zeit klingelt bei mir regelmäßig das Telefon. Der Grund: Mir soll ein kostenloses Exemplar beziehungsweise ein kostenloses Probeabo der RHEINPFALZ angeboten werden.
Ein Angebot, das auf den ersten Blick harmlos klingt. Doch wenn die Anrufe immer wieder kommen und man täglich erneut mit dem gleichen Angebot konfrontiert wird, ist irgendwann eine Grenze erreicht.
Jeden Tag der gleiche Anruf
Ich habe kein Interesse an einem Probeabo. Diese Entscheidung sollte eigentlich ausreichen.
Stattdessen werde ich nach meiner persönlichen Erfahrung weiterhin regelmäßig und teilweise täglich telefonisch kontaktiert. Dabei geht es immer wieder darum, mir ein kostenloses Exemplar beziehungsweise ein zeitlich begrenztes Probeangebot schmackhaft zu machen.
Man fragt sich irgendwann:
Wie oft muss man eigentlich Nein sagen?
Ein kostenloses Angebot bleibt selbstverständlich ein Angebot. Niemand sollte gezwungen sein, es anzunehmen. Und wer kein Interesse hat, sollte nicht das Gefühl bekommen, seine Entscheidung jeden Tag erneut erklären zu müssen.
Wenn Werbung zur Belästigung wird
Natürlich müssen Zeitungsverlage neue Leser und Abonnenten gewinnen. Das ist nachvollziehbar. Kostenlose Probeangebote können dabei eine sinnvolle Möglichkeit sein, Menschen von einem Produkt zu überzeugen.
Wenn das Telefon ständig oder täglich klingelt und es immer wieder um dasselbe Angebot geht, wird aus einer normalen Werbeansprache für die Betroffenen schnell eine erhebliche Belastung.
Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen ohnehin regelmäßig mit Werbeanrufen konfrontiert werden, sollte ein klares „Nein, danke“ auch wirklich respektiert werden.
Neue Abonnenten um jeden Preis?
Die entscheidende Frage ist nicht, ob ein Verlag neue Abonnenten gewinnen darf. Selbstverständlich darf er für seine Produkte werben.
Die Frage ist vielmehr, wie diese Werbung durchgeführt wird.
Muss ein potenzieller Kunde immer wieder angerufen werden, obwohl er bereits deutlich gemacht hat, dass kein Interesse besteht?
Ich persönlich empfinde die täglichen beziehungsweise wiederholten Anrufe inzwischen nicht mehr als normale Werbung, sondern als Telefonterror.
Und ich frage mich, ob ich mit dieser Erfahrung allein bin.
Ein Nein sollte genügen
Wer Interesse an einem kostenlosen Probeabo hat, sollte jederzeit die Möglichkeit haben, dieses Angebot wahrzunehmen.
Wer jedoch kein Interesse hat, sollte genauso respektiert werden.
Es kann nicht sein, dass Bürgerinnen und Bürger das Gefühl bekommen, bei jedem Klingeln erneut erklären zu müssen, warum sie ein bestimmtes Angebot nicht möchten.
Ein Nein sollte reichen. Beim ersten Mal. Und auch beim zweiten, dritten oder zehnten Mal.
Denn Werbung kann informieren und überzeugen. Doch wenn sie täglich oder wiederholt gegen den ausdrücklichen Willen eines Angerufenen erfolgt, erreicht sie irgendwann genau das Gegenteil:
Statt neue Leser zu gewinnen, verärgert man potenzielle Kunden.
André Braselmann
Ich bin unabhängiger freier Journalist aus der Verbandsgemeinde Rülzheim in der Südpfalz.
- Ich berichte über Ereignisse, Menschen und Entwicklungen aus unserer Region.
- Meine journalistische Arbeit finanziert sich nicht durch staatliche Fördermittel.
- Unabhängiger Journalismus lebt von der Unterstützung seiner Leserinnen und Leser.
Gute Berichterstattung entsteht nicht von selbst. Sie braucht Zeit, Recherche und direkten Kontakt zu den Menschen vor Ort.
