Verheerender Großbrand bei der Feuerwehr Offenbach an der Queich: Sieben Einsatzfahrzeuge wurden beschädigt beziehungsweise zerstört, die Feuerwehreinsatzzentrale fiel aus und das Gerätehaus ist nach Angaben von Bürgermeister Simon Wingerter nicht mehr zu retten. Allein der Fahrzeugschaden wird auf 4,5 bis 5 Millionen Euro geschätzt. Der Südpfalzreporter war bei der Pressekonferenz und der anschließenden Begehung vor Ort.

Offenbach an der Queich – Wo normalerweise die Hilfe ausrückt, blieb am Montag ein Bild der Zerstörung zurück. In der Nacht vom 27. auf den 28. September 2026 ist das Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Offenbach an der Queich durch einen Großbrand schwer getroffen worden.
Am Montagnachmittag informierten Wehrleiter Siebert, der Offenbacher Wehrführer Weilbach sowie Orts- und Verbandsgemeindebürgermeister Simon Wingerter bei einer Pressekonferenz über das Ausmaß der Katastrophe und die nächsten Schritte.
Dabei wurde deutlich: Der zunächst genannte Schaden von rund fünf Millionen Euro dürfte das tatsächliche Ausmaß kaum vollständig abbilden.
Nach Angaben von Wehrleiter Siebert wird allein der Schaden an den betroffenen Einsatzfahrzeugen auf etwa 4,5 bis 5 Millionen Euro geschätzt. Hinzu kommen das schwer zerstörte Feuerwehrgerätehaus, feuerwehrtechnische Ausrüstung sowie die Kommunikations- und Führungstechnik der Feuerwehreinsatzzentrale.
Eine abschließende Gesamtschadenssumme gibt es noch nicht.
BMA löste nach Angaben des Wehrleiters um 00:17 Uhr aus
Nach den bei der Pressekonferenz von Wehrleiter Siebert mitgeteilten Informationen löste die Brandmeldeanlage des Feuerwehrgerätehauses um 00:17 Uhr Alarm aus. Um 00:24 Uhr wurden demnach die Einsatzkräfte alarmiert.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte stand die Fahrzeughalle bereits in Flammen.
Mehr als 100 Einsatzkräfte der umliegenden Feuerwehren waren in der Nacht mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Gegen 03:30 Uhr war der Brand nach Angaben des Wehrleiters unter Kontrolle.
In einer ersten Mitteilung des Landkreises war zuvor eine Alarmierung um 00:34 Uhr genannt worden. Bei der späteren Pressekonferenz wurden durch den Wehrleiter die genannten Zeiten 00:17 Uhr für das Auslösen der Brandmeldeanlage und 00:24 Uhr für die Alarmierung der Einsatzkräfte angegeben.
Katastrophenschutzfahrzeuge konnten größtenteils gerettet werden
Eine besondere Rolle spielten in den ersten Minuten die ebenfalls am Standort untergebrachten Fahrzeuge des Katastrophenschutzes.
Ein Großteil dieser Fahrzeuge konnte noch rechtzeitig aus dem Gefahrenbereich gebracht und damit vor den Flammen gerettet werden. Die geretteten Katastrophenschutzfahrzeuge wurden anschließend für den Erstangriff auf das brennende Feuerwehrgerätehaus eingesetzt.
Ein Fahrzeug des Katastrophenschutzes des Landkreises Südliche Weinstraße konnte hingegen nicht mehr gerettet werden und gehört zu den insgesamt sieben betroffenen Einsatzfahrzeugen.
Die Kreisverwaltung hatte bereits am Morgen mitgeteilt, dass Feuerwehrangehörige noch Fahrzeuge aus der Halle fahren und dadurch vor den Flammen retten konnten.
Sieben Fahrzeuge betroffen – sechs davon von Orts- und VG-Feuerwehr
Bei der Pressekonferenz wurde auch das Ausmaß des Schadens am Fuhrpark konkreter.
Insgesamt sind sieben Einsatzfahrzeuge betroffen. Sechs davon gehören zur Orts- beziehungsweise Verbandsgemeindefeuerwehr Offenbach an der Queich. Hinzu kommt das Fahrzeug des Landkreises Südliche Weinstraße aus dem Bereich Katastrophenschutz.
Unter den betroffenen Fahrzeugen befinden sich unter anderem ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF), Tanklöschfahrzeuge, der Einsatzleitwagen ELW 1 sowie die Drehleiter (DLK).
Besonders bitter für die Feuerwehr: Auch das erst im Juni 2026 in Dienst gestellte Mehrzweckfahrzeug (MZF) wurde vom Brand getroffen.
Nach Angaben von Wehrleiter Siebert beläuft sich allein der Fahrzeugschaden auf geschätzte 4,5 bis 5 Millionen Euro.
Die zunächst von Polizei und Staatsanwaltschaft veröffentlichte Schätzung von rund fünf Millionen Euro bezog sich auf den Sachschaden insgesamt. Die später bei der Pressekonferenz genannte Größenordnung allein für die Fahrzeuge zeigt, dass die endgültige Schadensbilanz noch erheblich ausfallen könnte.
Gerätehaus laut Bürgermeister nicht mehr zu retten
Auch für das Feuerwehrgerätehaus selbst gibt es nach den Informationen der Pressekonferenz kaum Hoffnung.
Nach Angaben von Orts- und Verbandsgemeindebürgermeister Simon Wingerter ist das Gebäude nicht mehr zu retten.
Wie kritisch der Zustand ist, zeigt die Entscheidung der hinzugezogenen Statiker: Eine Begehung des Gebäudes wurde untersagt. Das Innere darf aufgrund der bestehenden Gefahrenlage nicht betreten werden.
Damit steht die Verbandsgemeinde nicht nur vor der Aufgabe, einen millionenschweren Feuerwehrfuhrpark zu ersetzen. Auch für das Gerätehaus selbst muss eine neue dauerhafte Lösung gefunden werden.
Neubeschaffung der Fahrzeuge kann bis zu 42 Monate dauern
Ein schneller Ersatz der zerstörten Einsatzfahrzeuge durch Neufahrzeuge ist nicht möglich.
Nach den bei der Pressekonferenz genannten Informationen muss bei einer Neubeschaffung der Fahrzeuge mit Zeiträumen von etwa 24 bis 42 Monaten gerechnet werden.
Offenbach wird deshalb für längere Zeit auf Übergangslösungen angewiesen sein.
Bereits unmittelbar nach dem Brand begann die Organisation von Ersatzfahrzeugen. Ziel ist es, die eigene Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Offenbach bereits am Donnerstag wiederherzustellen.
Dafür sollen vorübergehend Fahrzeuge der Stadt Landau, der Stadt Pirmasens sowie aus dem dortigen Landkreis zur Verfügung gestellt werden.
Nachbarwehren sichern derzeit den Brandschutz
Bis diese Übergangslösung steht, ist Offenbach auf umfangreiche Unterstützung aus der Region angewiesen.
Die Einsatzbereitschaft wird derzeit durch die weiteren Ortswehren der Verbandsgemeinde Offenbach an der Queich sowie durch Feuerwehren der Verbandsgemeinde Herxheim und der Stadt Landau sichergestellt.
Damit konnte der Brandschutz trotz der massiven Schäden am Offenbacher Standort unmittelbar aufrechterhalten werden.
Die bereits organisierten Fahrzeuge sollen nun dafür sorgen, dass die Offenbacher Feuerwehr ab Donnerstag wieder eine eigene Einsatzbereitschaft herstellen kann. Sie können allerdings nur eine Übergangslösung darstellen, solange die eigentliche Neubeschaffung der zerstörten Fahrzeuge noch Jahre dauern kann.
Feuer zerstörte auch die Kommunikationstechnik
Die Auswirkungen des Brandes reichen weit über Fahrzeuge und Gebäude hinaus.
Durch das Feuer wurde auch die Kommunikationstechnik der Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ) zerstört. Damit fiel die dortige Infrastruktur für die gewohnte Digitalfunk-Kommunikation aus.
Bis die entsprechenden Einrichtungen wiederhergestellt sind, wird vorübergehend wieder auf analogen Funk zurückgegriffen.
Gerade dieser Schaden zeigt, wie tief der Brand in die gesamte Einsatzinfrastruktur der Feuerwehr eingegriffen hat: Betroffen sind nicht nur Lösch- und Einsatzfahrzeuge, sondern auch die für Führung und Kommunikation notwendigen technischen Einrichtungen.
Explosionen während des Brandes – Ursache dafür geklärt
Anwohner hatten während des Großbrandes explosionsartige Geräusche wahrgenommen.
Bei der Pressebegehung wurde auch dafür eine Erklärung gegeben. Demnach waren Druckluftflaschen der Atemschutzgeräte in den betroffenen Fahrzeugen sowie unter der enormen Hitze platzende Fahrzeugreifen für diese Geräusche verantwortlich.
Die wahrgenommenen Explosionen sind damit nicht mit der Entstehung des Brandes gleichzusetzen.
Vor Ort waren nach dem Feuer unter anderem entsprechende Atemluft-Druckluftflaschen zwischen den Brandresten zu sehen.

Technischer Defekt wird vermutet – Ermittlungen laufen weiter
Die entscheidende Frage nach der Brandursache ist offiziell noch nicht abschließend beantwortet.
Nach Angaben von Wehrleiter Siebert wird ein technischer Defekt als mögliche Brandursache vermutet.
Dabei handelt es sich bislang jedoch um eine Einschätzung und nicht um ein abgeschlossenes Ergebnis der Brandermittlungen.
Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz war nach den dort gemachten Angaben auch das Material der Videoüberwachung noch nicht ausgewertet. Ob die Aufzeichnungen weitere Hinweise auf die Entstehung des Feuers liefern können, bleibt daher abzuwarten.
Staatsanwaltschaft Landau und Kriminalpolizei Landau haben die Ermittlungen aufgenommen. Zur Klärung der Brandursache wurde zudem ein Brandsachverständiger beauftragt.
Die Ermittlungsbehörden führen die Brandursache weiterhin als ungeklärt.
Keine Verletzten
Bei aller Zerstörung gibt es eine entscheidende positive Nachricht: Bei dem Großbrand wurde niemand verletzt.
Angesichts des Vollbrandes der Fahrzeughalle, der betroffenen Druckluftflaschen, der Fahrzeuge und des massiven Feuerwehreinsatzes ist dies von besonderer Bedeutung.
Mehr als 100 Einsatzkräfte waren mit der Bekämpfung des Feuers und der Sicherung der Umgebung beschäftigt.
Wingerter zeigt sich angesichts der Zerstörung schockiert
Bei der Pressekonferenz stand neben Wehrleiter Siebert und Wehrführer Weilbach auch Orts- und Verbandsgemeindebürgermeister Simon Wingerter den Medien für Fragen zur Verfügung.
Wingerter zeigte sich angesichts des Ausmaßes der Zerstörung schockiert.
Für die Feuerwehr und die Kommune beginnt nach der unmittelbaren Bewältigung des Brandes nun eine zweite, wesentlich länger dauernde Phase: Fahrzeuge müssen übergangsweise organisiert und anschließend neu beschafft werden, die zerstörte Kommunikationsinfrastruktur muss ersetzt werden und für das nicht mehr zu rettende Feuerwehrgerätehaus muss eine neue Lösung gefunden werden.
Was in wenigen Stunden zerstört wurde, wird sich teilweise erst über Jahre ersetzen lassen.
Feuerwehr steht vor einem jahrelangen Neuaufbau
Der Großbrand vom 28. September wird die Feuerwehr Offenbach an der Queich deshalb noch lange beschäftigen.
Allein der Fahrzeugschaden bewegt sich nach Angaben des Wehrleiters zwischen 4,5 und 5 Millionen Euro. Hinzu kommen das nicht mehr zu rettende Gerätehaus, zerstörte Feuerwehrtechnik und die ausgefallenen Kommunikationseinrichtungen der FEZ.
Gleichzeitig zeigt sich bereits wenige Stunden nach dem Brand eine große Unterstützung aus der Region. Nachbarwehren sichern den Brandschutz, andere Kommunen stellen Fahrzeuge zur Verfügung und bereits am Donnerstag soll die eigene Einsatzbereitschaft in Offenbach zumindest mit Übergangsfahrzeugen wiederhergestellt werden.
Wie hoch der Gesamtschaden letztlich sein wird und was genau das Feuer ausgelöst hat, müssen die weiteren Untersuchungen zeigen.
Fest steht schon jetzt: Für die Feuerwehr Offenbach an der Queich ist der Brand nicht mit dem Löschen des letzten Glutnestes beendet. Der eigentliche Wiederaufbau beginnt erst.
Quellen und Recherche
Eigene Vor-Ort-Recherche des Südpfalzreporters bei der Pressekonferenz und Pressebegehung am 28. September 2026; Angaben von Wehrleiter Siebert, Wehrführer Weilbach sowie Orts- und Verbandsgemeindebürgermeister Simon Wingerter.
Ergänzend: Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Landau in der Pfalz und des Polizeipräsidiums Rheinpfalz sowie Mitteilung des Landkreises Südliche Weinstraße vom 28. September 2026.
Die offizielle Polizeimeldung vom 28. September bestätigt sieben beschädigte beziehungsweise zerstörte Feuerwehrfahrzeuge, weitere betroffene Feuerwehrtechnik, Schäden am Gerätehaus, keine Verletzten und die laufenden Ermittlungen mit einem Brandsachverständigen. Presseportal Die Kreisverwaltung bestätigt außerdem den Vollbrand der Hauptfahrzeughalle, gerettete Fahrzeuge sowie die Unterstützung durch Feuerwehren aus der Region. Landkreis Südliche Weinstraße
André Braselmann
Ich bin unabhängiger freier Journalist aus der Verbandsgemeinde Rülzheim in der Südpfalz.
- Ich berichte über Ereignisse, Menschen und Entwicklungen aus unserer Region.
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