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Betreutes Wohnen

Konzeption von André Braselmann

Vorwort:

Die Initiative „Betreutes Wohnen“ ist eine freiwillige Selbstorganisation der unmittelbar Betroffenen und soll in erster Linie mit dem Ziel gegründet werden, psychisch kranken Menschen und Menschen mit Suchtproblemen, die meist wegen der Schwere ihrer Probleme aus den üblichen #Unterstützungssystemen herausgefallen sind, oder nicht mehr erfasst werden, die Wohn-, Lebens- und Arbeitssituation zu verbessern.

Es wird beabsichtigt aus der Initiative „Betreutes Wohnen“ die BeWo gGmbh zu gründen und ein eigenständiges Angebot im Rahmen des ambulant betreuten Wohnens nach SGB XII zu schaffen.

Beschreibung:

Die aufsuchende ambulante Betreuung (Betreutes Wohnen) richtet sich an Menschen aller Altersgruppen ab 18 Jahren , die vorübergehend, oder für längere Zeit der Unterstützung bei der selbständigen Lebensführung bedürfen.

Darüber hinaus soll stationäre Hilfe vermieden werden, oder ist nicht, noch nicht, oder nicht mehr erforderlich. Die Betreuung erfolgt freiwillig und findet in der Regel in der eigenen Wohnung / eigenen Wohnform statt, d.h. die Betreuten werden von in der Sozialpsychiatrie berufserfahrenen Fachkräften betreut.

Die angestrebten Grundhaltungen von „Betreutes Wohnen“ sind:

  • Wertschätzung des Adressaten/der Adressatin, Ressourcenorientierung
  • Erbringung qualifizierter Dienstleistungen für den Einzelfall
  • Wirtschaftlichkeit.

Formale Voraussetzungen für die Aufnahme:

Das Betreute Wohnen nehmen Menschen freiwillig in Anspruch, die möglichst selbstbestimmt und eigenverantwortlich in ihrer eigenen Wohnung oder anderen #Zusammenlebensformen leben wollen.

Wer das Betreuungsangebot in Anspruch nehmen will, muss seinen tatsächlichen Aufenthalt in der Region Südpfalz1) haben. Aufgenommen wird der Personenkreis gemäß § 53 SGB XII.

1)Region Südpfalz – Verbandsgemeinde Annweiler, Verbandsgemeinde Bad-Bergzabern, Verbandsgemeinde Bellheim, Verbandsgemeinde Edenkoben, Stadt Germersheim, Verbandsgemeinde Hagenbach, Verbandsgemeinde Herxheim, Verbandsgemeinde Jockgrim, Verbandsgemeinde Kandel, Stadt Landau, Verbandsgemeinde Landau-Land, Verbandsgemeinde Lingenfeld, Verbandsgemeinde Maikammer, Verbandsgemeinde Offenbach a. d. Queich, Verbandsgemeinde Rülzheim, Stadt Wörth a. Rhein

Darüber hinaus ist im Rahmen der Antragsstellung folgendes zu beachten:

  • Das Betreute Wohnen ist ein Leistungsanspruch des Einzelnen.
  • Der Adressat ist damit Antragssteller dieser Hilfe.
  • Eine Empfehlung der Hilfekonferenz ist erforderlich
  • Die Akzeptanz für das Betreute Wohnen wird in einem Informationsgespräch besprochen.
  • Der Antrag auf Kostenübernahme der Betreuungskosten nach § 75 SGB XII wird gestellt.
  • Eine ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung in Form einer ärztlichen Stellungnahme muss dem Antrag beigefügt werden.
  • Eine Stellungnahme der vermittelnden Einrichtung (Krankenhaus, Beratungsstelle) ist erforderlich.
  • Mit dem Adressaten/der Adressatin wird nach erfolgter Kostenübernahme eine Betreuungsvereinbarung abgeschlossen.

Ziele

Die im Betreuten Wohnen angebotene sozialpädagogische Unterstützung soll eine selbständige und eigenverantwortliche Lebensführung des Adressaten/der Adressatin erreichen, oder erhalten. Grundlage der #Betreuung ist die Auseinandersetzung mit den Fragen des Zusammenlebens und der Alltagsbewältigung. Ziel ist, die behinderungsbedingten Einschränkungen der AdressatInnen durch die Unterstützungsleistung des Betreuten Wohnens auszugleichen. Dies geschieht durch die Entwicklung sozialer Kompetenz. Damit soll ein selbstbestimmtes Leben innerhalb der Gesellschaft und möglichst die Unabhängigkeit von der Betreuung erreicht werden. Die Betreuungskonzeption ist grundsätzlich darauf ausgerichtet, Hilfen der Eingliederungshilfe gemäß SGB XII zu erbringen.

Lebenspraktische Aufgaben und Lebensbewältigung

  • Hilfestellung im Umgang mit Behörden (z. B. Hilfe und Unterstützung bei
  • der Antragstellung von Sozialhilfeleistungen, Begleitung zu Terminen
  • und gemeinsame Gespräche vor Ort)
  • Beratung im Umgang mit Finanzen und Sicherung der materiellen Existenzgrundlage, Hilfestellung bei der Einteilung der finanziellen Mittel
  • Hilfestellung, Motivation und Einleitung zur Haushaltsführung und Versorgung der eigenen Person (z. B. Ernährung, Einkauf, Wohnungspflege, Körperhygiene, Wäsche)
  • Begleitung bei Amtsbesuchen und Angehörigenbesuchen

Krisen- und Konfliktbewältigung

  • Einzelgespräche und Gruppengespräche
    • innerhalb der Zusammenlebensform (z. B. Gespräche und Beratung bei der Einhaltung der Hausordnung, Konflikte der MitbewohnerInnen untereinander)
    • beim Betreuten Einzelwohnen (z. B. Gespräche mit Vermietern und Hausbewohnern bei Auftreten von Schwierigkeiten)
    • in Beziehung zu FreundInnen, Angehörigen, Nachbarn und KollegInnen, im sozialen Status des psychisch Kranken
    • in Trennungs- und Verlustsituationen

Lebensinhalt und Lebensgestaltung

  • Umgang mit und Akzeptanz der eigenen Erkrankung
  • Entwicklung von Beziehungs- und Kontaktfähigkeit
  • Vermittlung von Kontaktmöglichkeiten im Sozialraum oder zu Vereinen
  • Entwicklung und #Begleitung von selbstgewählten Lebensperspektiven

Tagesstrukturierung

  • Aufbau einer sinnvollen Tagesstruktur und Vermittlung in entsprechende Einrichtungen (z.B. Kontaktstellen, Tagesstätten, Selbsthilfegruppen etc.)
  • Suche nach Möglichkeiten der Freizeitgestaltung
  • Motivationsgespräche, Organisation und Planung von Eingliederungsmaßnahmen (z. B. berufliche Rehabilitation, Beschäftigungsmaßnahmen, Werkstätten etc.)

Sonstiges

Heranführung an eine erwachsene #Lebensplanung und Führung

  • Gespräche mit und Kontakt zu Agenturen, Ämtern und Behörden
  • Gespräche und Kontakte mit den Amtsbetreuern
  • Gespräche mit Angehörigen
  • Gespräche mit den behandelnden Ärzten
  • Kooperation mit anderen Institutionen (z. B. Beratungsstellen und Einrichtungen zur beruflichen Wiedereingliederung)
  • Dokumentation und Aktenführung, Verwaltung, übergreifende MitarbeiterInnenbesprechungen, kollegiale Beratung im Bereich des Betreuten Wohnens

Die Betreuung erfolgt nach Absprache. Es kann nur mit Zustimmung des Adressaten gehandelt werden. Der Hilfeprozess wird somit von den AdressatInnen aktiv gestaltet. Die Datenschutzbestimmungen werden gewährleistet.

Qualität der Leistungen

Strukturqualität

  • „Betreutes Wohnen“ gewährleistet eine kontinuierliche Qualitätssicherung seiner Leistungen
  • Es erfolgt eine Ermittlung des individuellen #Hilfebedarfs und darauf aufbauend eine individuelle Hilfeplanung.
  • Regelmäßige Übergabe-, Dienst-, und Fallbesprechungen und eine multiprofessionelle Zusammenarbeit finden statt. Supervision und Fort- und Weiterbildung der MitarbeiterInnen wird sichergestellt.
  • Das Hilfeangebot ist mit der regionalen Angebotsstruktur vernetzt sowie mit den sozialräumlichen Ressourcen.

Prozessqualität

  • Die Hilfeleistung erfolgt bedarfsorientiert auf der Grundlage einer individuellen Hilfeplanung unter Einbeziehung des Adressaten. Darin werden Ergebnisse der bereits durchgeführten Eingliederungsmaßnahmen berücksichtigt sowie die Ressourcen des Einzelnen ermittelt.
    Die Betreuung kann auch als Co-Betreuungssetting im Einzelfall und unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten vereinbart werden.
    Denkbar sind auch neben deutsch das Installieren anderer Betreuungssprachen.
  • Der Hilfeplan wird regelmäßig fortgeschrieben und überprüft. Die #AdressatInnen werden kontinuierlich zur Zufriedenheit mit der Dienstleistung befragt.
  • Die Betreuung wird regelmäßig dokumentiert.
  • Das Leistungsangebot wird fach- und bedarfsgerecht fortgeschrieben. Eine interne Qualitätskommission entwickelt das Qualitätsentwicklungsverfahren weiter.
  • Beschwerden über die Durchführung der Hilfe sind an den jeweiligen Betreuer zu richten. Sollte dies nicht ausreichend sein, ist die Leitung anzusprechen.

Ergebnisqualität

  • Es wird regelmäßig überprüft und reflektiert, ob die im Hilfeplan festgelegte Ziele erreicht worden sind.
    Bei Beendigung der Hilfe wird eine Abschlussbefragung aus der Sicht aller Beteiligten bezüglich der Wirksamkeit der Hilfe erstellt.

Art und Dauer der Leistung

Die Intensität und Dauer der zu erbringenden Leistungen im Rahmen des ambulant betreuten Wohnens werden einzelfallbezogen am Ausmaß des individuell vorhandenen Hilfebedarfes ausgerichtet. Zielsetzung der Hilfe ist es, die AdressatInnen in die Lage zu versetzen, ihr Leben allein zu gestalten.

Die Betreuungszeit wird abgedeckt durch persönliche Besuche der MitarbeiterInnen aufsuchend in der Wohnung des Adressaten bzw. seinem Lebensumfeld, durch Besuche des Adressaten in der Anlaufstelle, durch telefonische Kontakte und durch Gruppenveranstaltungen. Der Bedarf für den Einsatz des Betreuten Wohnens wird im wesentlichen an den Werktagen sichergestellt. Nächtliche Rufbereitschaft und eine Sicherung der Betreuung an Wochenenden können im Hilfeplan vereinbart werden. Eine Krisenintervention über Handy ist sichergestellt.

Orte

Die aufsuchende Betreuung kann in unterschiedlichen Wohnformen (z. B. Wohngruppen, Einzelwohnen, Wohnen mit Partnern und / oder Kindern, bei Angehörigen) erfolgen.

Räumlichkeiten des Trägers können für gruppenpädagogische Aktivitäten genutzt werden.

Fachliche Voraussetzungen

Es werden ausschließlich Fachkräfte für die ambulante Hilfe eingesetzt. Hierbei handelt es sich um Dipl. SozialarbeiterInnen / Dipl. SozialpädagogInnen sowie um MitarbeiterInnen mit vergleichbarer Qualifikation mit Berufserfahrungen im sozial psychiatrischen Bereich.

Daneben hat „Betreutes Wohnen“ Interesse mit ehrenamtlichen in Psychiatrie erfahrenen Menschen zusammenzuarbeiten und diese in die Angebote mit einzubeziehen.

Sachliche Ressourcen

  • Büro und Besprechungsräume des Trägers
  • Zeitgemäße Kommunikations- und Bürotechnik
  • Zur Durchführung von dienstlich notwendigen Fahrten sollen Fahrzeuge zur Verfügung gestellt werden, soweit keine öffentlichen Verkehrsmittel eingesetzt werden können
  • Für Gruppenangebote stehen Räumlichkeiten des Trägers zur Verfügung

Tagesstruktur

Teilnehmer die außerhalb der Tagesstätte in eigenen Wohnungen leben, sollen morgens vor Ort von einem beauftragten Fahrdienst abgeholt, und zur ganztägigen Ergotherapie in die Tagesstätte gebracht werden.

Am Ende der Beschäftigungszeit werden die #Teilnehmer wieder zurück zu ihren Wohnungen gefahren.

Gliederung der Ergotherapiemöglichkeiten:

  • hauswirtschaftliches Training inklusive hauswirtschaftlicher Tätigkeiten
    • Nahrungszubereitung in der Gemeinschaftsverpflegung unter ernährungsphysiologischen und klientelbezogenen Gesichtspunkten (kindgerechte oder seniorengerechte Ernährung)
    • Kundenorientierung (Klientel und Mitarbeiter)
    • Betriebsorganisation und Wirtschaftlichkeit
    • Einkauf und Lagerhaltung
    • Controlling, Inventur, Abrechnung
    • Etatplanung und Investitionsmittelplanung
    • Einhaltung einschlägiger Gesetze, wie Lebensmittelhygieneverordnung, HACCP (Analyse der kritischen Kontrollpunkte), Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, Umweltschutz
    • Arbeitsorganisation, Organisation der Arbeitsabläufe, Zeitmanagement, Mitarbeitermotivation und -führung, Schnittstellenplanung und -überwachung
    • Ausbildung von Berufsnachwuchs im Bereich Großküche, Wäscherei und Gebäudereinigung, Weiterbildung
    • Beratung und Planung von Großküchen und Wäschereien
    • Ausstattung der Bewohner- und Gästeräume
    • Überwachung hauswirtschaftlicher Fremdfirmen
    • Sozialkompetenz
  • Kontrolle und Unterstützung der persönlichen Hygiene, der Kleider- und Zimmerhygiene, u. a. bei den Teilnehmern, die täglich abgeholt werden, an und in der Wohnung. Diesbezügliche Projekte auch in den Wohnungen der Teilnehmer.
  • trainieren des Umgangs mit Waschmaschine und Bügeleisen.
  • Kreativbereiche und Werkstätten
    • Holzwerkstatt
    • Metallwerkstatt
    • Fahrradwerkstatt
    • PC Werkstatt
  • Kognitives Training
    • Konzentration: Die Fähigkeit sich auf gewünschte Sachverhalte und Informationen zu fokussieren und sich nicht von Störfaktoren ablenken zu lassen.
    • Zahlenverständnis und Rechenfähigkeit
    • Lernen: Durch die sogenannte Plastizität des Gehirns sind wir dazu imstande, uns Wissen und andere Fähigkeiten anzueignen.
    • Erinnerungsvermögen: Die Fähigkeit eine Menge an Wissen langfristig im Gedächtnis aufzubewahren und abzurufen.
    • Planen und Handeln: Dies wird von den sogenannten Exekutivfunktionen gesteuert, die für zielgerichtetes Verhaltensweisen sorgen.
    • Arbeitsgedächtnis: Es wird davon ausgegangen, dass der durchschnittliche Mensch sich 7+-2 Informationselemente merken kann. Dies ist die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses.
    • Motorik: Bewegungsabläufe sind im Grunde einfache kognitive Prozesse, die vom Gehirn gesteuert werden.
    • Raumvorstellung: Logisches Denken und räumliches Empfinden führen dazu, dass Sie sich in ungewohnten Umgebungen zurecht finden und Distanzen einschätzen können.
    • Intelligenz: Ihre fluide Intelligenz, die eng mit dem Arbeitsgedächtnis verknüpft ist, ist trainierbar und ausschlaggebend für die Anwendung Ihrer Fähigkeiten.
    • Wahrnehmungsprozesse: Dazu zählen alle Ihre Sinneswahrnehmungen wie das Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen.
  • Bewerbungstraining
  • Praktikumsbegleitung und Nachbetreuung
  • Sport und Spiel
  • Kennenlernen, Ausarbeitung und Entwicklung verschieden geeigneter preiswert umsetzbarer Freizeitaktivitäten
  • Kontaktaufnahme und Schnupperkurse bei regionalen Vereinen
  • wöchentliches Briefing aller Teilnehmer und Planung freiwilliger Wochenendaktivitäten, wie zum Beispiel: Ausflüge, Grillaktivitäten, Fahrradtouren, etc., um „Alleine sein“ und eventuelle Gefühle der „Leere“ zu minimieren.
  • Training im Bereich Garten- und Landschaftsbau: Umgang mit Pflanzen und Bäumen
  • Tierhaltung: Hygiene und Gesundheit bei Haustierhaltung

Psychische Erkrankung

  • Gewöhnung an die regelmäßige Medikamentenvergabe der Pflegedienste, sowie die Stabilisierung der Bereitschaft auf das Pflegepersonal zu warten.
  • Persönliche Auseinandersetzung mit dem individuellem Krankheitsbild.
  • Stärkung und Stabilisierung der Einsicht für regelmäßige Facharztbesuche
  • Begleitung zu den Facharztbesuchen

Sucht und tägliche Suchtkontrollen

  • regelmäßig tägliche Suchtkontrollen (Alkoholkontrolle, Drogentest, etc.)
  • Auseinandersetzungen mit dem Thema „Sucht“ in Kleingruppen
  • Thematisierung von Langzeitfolgen
  • Motivation der betroffenen Teilnehmen für die Teilnahme an der Suchtberatung, z. B. Anonyme Alkoholiker, Blaues Kreuz, Drogenberatung, etc.

Beauftragte Firmen und Pflegedienste

Passend zu den individuellen Fähigkeiten, Beeinträchtigungen und Einschränkungen der Teilnehmer beauftragt „Betreutes Wohnen“ Fachpersonal für Pflege und Medikamentenvergabe, Personal für die hauswirtschaftliche Unterstützung, Personal für die Ergotherapie, etc. Hauswirtschaftliche Verrichtungen und die Zubereitungen der Mahlzeiten übernehmen die Teilnehmer der Tagesstruktur in eigener Regie.

möglicher Tagesablauf

Die ganztägige Ergotherapie beginnt um 08:00 Uhr mit dem Abholen der Teilnehmer an ihren Wohnungen und deren persönliche Ansprache durch den beauftragten Fahrer des Fahrdienstes.

Krankmeldungen, Alkoholkontrollen und Befindlichkeiten können so in den meisten Fällen unmittelbar an der Wohnungstür persönlich im Gespräch besprochen und falls nötig, gewertet werden.

Nach dem Frühstück und der darauffolgenden Morgenbesprechung über die ergotherapeutischen Einsätze, geplanten Projekte und den anfallenden hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, werden die Teilnehmer in den jeweiligen Bereichen aktiv.

Alle Teilnehmer mit Alkoholproblemen und / oder psychischen Behinderungen beteiligen sich aus den unterschiedlichsten Gründen an den kreativen Mental- und Gedächtnistrainings.

Der tägliche Wechsel in der Art der Beschäftigungen, sowie der Gruppengröße und der Gruppenzusammensetzung orientieren sich an den krankheitsbedingten Einschränkungen spezifischer Belastbarkeiten.

Das Mittagessen wird um 12:00 Uhr gemeinsam im Aufenthaltsraum eingenommen.

Die Mittagspause erfasst den Zeitraum von 12:00 Uhr bis 13:00 Uhr.

Die Teilnehmer organisieren den Einkauf und die Zubereitung der Mahlzeiten (Frühstück und Mittagessen) in Eigenregie.

Jeweils donnerstags werden 3 Teilnehmer mit der Erstellung eines Essensplans für die darauffolgende Woche beauftragt. Dazu gehört auch die Aufstellung einer Einkaufsliste mit den benötigten Lebensmitteln.

Um 13:00 Uhr werden die ergotherapeutischen Tätigkeiten und Aktivitäten wieder begonnen, die um 16:00 Uhr enden.

Der Tag klingt aus am Kaffeetisch mit einer gemeinsamen Besprechung über den Tag.

Um 16:30 Uhr werden die Teilnehmer zurück zu ihre Wohnungen durch den beauftragten Fahrdienst gefahren.

Für die Organisation und Durchführung vorgesehene Unternehmen:

  • Medikamentöse und pflegerische Betreuung:
    Pflegedienst der Region
  • Animation und Pflege der älteren Teilnehmer:
    Pflegedienst der Region
  • Hauswirtschaftliche Betreuung:
    Pflegedienst der Region
  • Beschäftigungs- und Arbeitstherapie:
    Praxis für Ergotherapie der Region
  • Betreuung:
    Betreuungsverein der Region
  • Psychiatrie
    Psychiatrische Institutionsambulanz des Pfalzklinikums Klingenmünster

Angestrebte Kooperationen:

  • Kreisverwaltung des Landkreises Germersheim
  • Kreisverwaltung des Landkreises Südliche-Weinstraße
  • Stadt Landau in der Pfalz

XXL-Kleiderkammer

Die XXL-Kleiderkammer in der Südpfalz ist eröffnet

Anja Schwartinski und André Braselmann wollen Menschen mit Übergrößen helfen. Kleiderspenden bis 15XL willkommen. Sie ist ein weiterer Baustein in der Arbeit der beiden sozial engagierten Menschen: In der Südpfalz hat eine XXL-Kleiderkammer für stark übergewichtige Menschen eröffnet. Immer dienstags von 16 bis 19 Uhr, und einmal im Monat samstags von 10 bis 13 Uhr können hier Betroffene Kleidung abgeben und sich neue mitnehmen.

Es ist quasi eine Tauschbörse mit einem großen Ziel: „Wir möchten stark übergewichtige Menschen mit moderner, zeitgemäßer Kleidung versorgen.“ Das sagt André Braselmann, der weiß wovon er spricht. 125 Kilogramm hat er selbst – auch mit Hilfe einer Magen-Verkleinerung abgenommen. „Wenn man stark übergewichtig ist, dann kann die kaputte Hose zum Drama werden. Zum einen finanziell, zum anderen, weil man gar nicht so schnell Ersatz finden kann.“

„Jeder kann Kleidung mitnehmen. Es gibt nur eine Regel: Man darf nur Kleidung mitnehmen, die auch direkt vor Ort anprobiert wurde und die passt“, umreißt Anja Schwartinski das System. Man freue sich über Kleiderspenden von Betroffenen: „Allerdings nicht im Riesen-Ausmaß, sondern eher Einzelstücke in den Größen XXL bis 10XL, aber auch bis 15 XL.“ Menschen würden aufgrund ihres Übergewichts gemobbt und diskriminiert: „Hier möchten wir insbesondere durch moderne ordentliche Kleidung entgegenwirken. Aber leider gibt es wenig Auswahl, die bezahlbar ist.“

Service für den Notfall

Wir wollen zudem noch einen besonderen Service für Feuerwehr und Ordnungsamt anbieten. „Und zwar eine 24-Stunden-Rufbereitschaft, die ermöglicht, stark übergewichtige Menschen auch außerhalb der Öffnungszeiten von Geschäften im Notfall mit Kleidung zu versorgen“, sagt André Braselmann. „Hier muss man sich mal vorstellen, wenn ein 200-Kilo-Mann mit einer T-Shirt-Größe von 8, oder 10XL auf der Straße steht nach einem Wohnungsbrand und keine Kleidung mehr hat. Dieser Bedarf kann nicht mal eben aus dem bestehenden Fundus gedeckt werden.“

Link zur XXL-Kleiderkammer: xxl-kleiderkammer.de

Gnadenhof Südpfalzleben

Stubentiger-Pfalz e.V.

 

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