Fake-Shops: Abzocke mit Lockangeboten

Fake-Shops: Abzocke mit Lockangeboten

Wie erkenne ich unseriöse Internetseiten?

2. März 2019 Off Von Andre Braselmann

Im Internet gibt es die tollsten Schnäppchen. Aber nicht alle Anbieter sind vertrauenswürdig. Wie du Fake-Shops und Abzocker entlarvst, erfährst du hier.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei Shops mit auffallend verbilligten Angeboten sollte man zweimal hingucken.
  • Bestimmte Elemente wie Zahlungsweise, Impressum oder Gütesiegel können Hinweise auf unseriöse Shops bieten.
  • Geschädigte können die Zahlung rückgängig machen und Anzeige erstatten.

 

Wow, ein Monitor für 50 statt 150 Euro? Oder Marken-Sportschuhe zum halben Preis? Wer da denkt: “zu schön, um wahr zu sein”, könnte leider Recht haben. Immer wieder gibt es Online-Shops, die mit supergünstigen Preisen locken, was sich aber hinterher als reine Betrugsmasche herausstellt. Geht’s dann nämlich ans Bezahlen, ist nur Vorkasse möglich – also erst das Geld, dann die Ware. Und genau die gibt’s dann eben nicht. Hier sind Merkmale, an denen du unseriöse Websites erkennst:

Der Website-Check

 

  • Welche Zahlungsweisen werden angeboten? Nur Vorkasse (und womöglich noch auf ein Konto im Ausland) geht gar nicht! Es sollten auch andere Zahlungsmöglichkeiten wie Lastschrift oder ein Kauf auf Rechnung möglich sein. Eine gängige Zahlungsmethode muss sogar kostenfrei angeboten werden – das steht im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Mehr zu Rechten beim Online-Shopping
  • Was steht im Impressum? Wer Waren oder Dienstleistungen anbietet, muss ein Impressum haben. Deutsche Website-Betreiber müssen darin u.a. ihren Namen angeben sowie eine Postanschrift und eine E-Mail-Adresse. Fehlt etwas davon oder sogar das komplette Impressum, ist das nicht seriös. Genauso fragwürdig ist es, wenn sich nach dem Klick auf “Impressum” eine ganz andere Seite öffnet. Ob die Angaben stimmen oder ausgedacht sind, kann eventuell ein Check auf einer Telefonbuchseite verraten. Und wenn der Shop z.B. als OHG, UG, GmbH oder AG auftritt, muss es einen Eintrag im Handelsregister geben, den man dort auch abfragen kann.
  • Ist der Anbieter telefonisch erreichbar? Bei manchen Abzock-Shops stellt sich die angegebene Rufnummer als falsch heraus – das kann man ja im Zweifel mal testen.
  • Wirbt der Shop mit Gütesiegeln? Organisationen wie Trusted Shops, TÜV Süd und EHI vergeben vertrauenswürdige Siegel an Online-Händler. Wer von ihnen was prüft, kannst du in unserer Label- und Siegel-Übersicht lesen. Allerdings kann sich ein Fake-Shop so ein Siegel natürlich auch unberechtigt auf seine Seite stellen. Ist das Label echt, sollte man durch einen Klick auf das Siegel direkt zum Zertifikat auf der Internetseite des Anbieters gelangen.
  • Gibt es AGB/Nutzungsbedingungen? In seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen legt ein Händler die Regeln für seine Verträge mit den Kunden fest. Wenn ein Shop AGB nutzt, müssen sie leicht aufrufbar sein. Bei sozialen Netzwerken oder Diensten (z.B. Streaming) gibt es statt AGB auch Nutzungsbedingungen. Für sie gilt das gleiche.
  • Gibt es eine Datenschutzerklärung? Was macht der Betreiber der Website eigentlich mit meinen Daten, die ich dort in ein Formular eingebe – verkauft er sie an Fremde? Welche Daten speichert er von meinem Computer, die ich gar nicht irgendwo eintippe und was macht er damit? Und in welchem Land stehen die Server, auf denen das gespeichert wird? Sowas sollte genauso leicht zu finden sein, wie die AGB/Nutzungsbedingungen. Findest du dazu nichts, verzichte lieber auf das Angebot. Darum ist Datenschutz wichtig
  • Was sagen andere? Einfach mal in einer Suchmaschine den Namen der Website oder (falls genannt) des Betreibers eingeben und gucken, was für Einträge kommen. Oft gibt es bei unseriösen Sachen schon Beschwerden in Foren oder Warnungen auf anderen Websites.

Und bei ausländischen Seiten? In anderen Ländern gelten andere Rechte. Welches Recht wann angewendet wird, kommt auf den konkreten Einzelfall an und muss möglicherweise von einem Gericht entschieden werden. Es kann aber sein, dass du dann bei Online-Bestellungen kein Widerrufsrecht hast oder für Rücksendungen hohe Portokosten berappen musst.

 

Was tun, wenn ich reingefallen bin?

  • Du solltest umgehend deine Bank auffordern, die Zahlung rückgängig zu machen. Wenige Stunden nach einer Onlinebestellung ist dies meist noch möglich. Bei anderen Zahlungsarten wie dem Lastschriftverfahren kann die Zahlung noch bis zu acht Wochen nach Einzug rückgängig gemacht werden.
  • Zudem kannst du eventuell vorhandene Unterlagen (Kaufvertrag, E-Mails …) von der nächstgelegenen Beratungsstelle der Verbraucherzentrale prüfen lassen.
  • Und außerdem solltest du Anzeige bei der Polizei erstatten und kannst darüber hinaus die Seite beim Verband der Internetwirtschaft melden.

 

(hamo/Wi)

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