Der Einfluss der Sozialen Medien wie Google und Facebook auf Deutschland

Der Einfluss der Sozialen Medien wie Google und Facebook auf Deutschland

30. Januar 2019 Off Von Andre Braselmann

Eine der negativsten und abstoßendsten Folgen der globalen Informationsgesellschaft – insbesondere der sozialen Medien, wie Google und Facebook – ist die gezielte Ausrichtung von Informationen und Nachrichten im Internet auf Effekthascherei und die Befriedigung von Sensationslust und Empörungskultur.

Pierre de Coubertins olympisches Motto “Citius, altius, fortius” (“schneller, höher, weiter”) führte unter dem Einfluss der Kommerzialisierung des Sports die Olympischen Spiele in den vergangenen Jahrzehnten in den Sumpf unzähliger Dopingskandale. Der olympische Dreiklang wirkt sich in einer pervertierten Variante (“asozialer, konfrontativer, ausgrenzender”) über die sozialen Medien mittlerweile spürbar negativ auf den Zusammenhalt von Gesellschaften und die Stabilität von Demokratien aus. Man muss nicht Donald Trump bemühen, um diese fatalen Auswirkungen nachvollziehen zu können.

Eine Betrachtung der Aktivitäten von Politikern, Journalisten, Ökonomen und und anderen Meinungsmachern in den sozialen Medien in Deutschland reicht völlig aus.

Um sich von der Informationsflut im Internet abzuheben und die Aufmerksamkeit möglichst vieler Nutzer zu erregen, wählen Politiker, Journalisten, Wissenschaftler, Künstler und Aktivisten in sozialen Netzwerken und auf Nachrichtenseiten immer radikalere Mittel: polarisierende Titelseiten von Nachrichtenmagazinen, sensationsheischende Überschriften, verbale Radikalisierung und Ausgrenzung oder die Auswahl möglichst skandalträchtiger Themen. Axt, statt Florett; Agitation, statt Information; ideologische Empörung, moralinsaure Belehrung und rücksichtslose Diskreditierung – vorzugsweise ex cathedra, statt respektvoller Sachdiskussion auf Augenhöhe mit gegenseitiger Wertschätzung.

Im Kampf um Quoten, Auflagen, Follower, “Likes” und/oder Wählerstimmen missachten die Protagonisten der Informationsgesellschaft zunehmend sinnvolle und notwendige Regeln und Werte einer fairen, neutralen und sachlichen Berichterstattung sowie eines respektvollen Umgangs miteinander. Selbsternannte “Influencer” versuchen den Kampf um die Lufthoheit über den Stammtischen nicht durch die besseren, faktenbasierten Argumente im Zuge einer respektvollen Diskussion für sich zu entscheiden, sondern durch Diskreditierung, Ausgrenzung und öffentliche Vernichtung missliebiger Meinungen und Diskussionspartner.

Künstler und andere illustre Figuren aus der Unterhaltungsbranche mischen munter mit nach dem Motto: Wer die meisten Follower hat bzw. “Likes” einheimsen kann, hat recht. Bürger fresst Scheiße, Millionen Fliegen (und Herr Böhmermann) können nicht irren. Oder doch?

Der deutsch-jüdisch-polnische Journalist, Essayist und Dramatiker Tuvia Tenenbom hat in einem SPIEGEL-Interview am 31.03.2017 folgende bemerkenswerte Sätze formuliert:

SPIEGEL ONLINE: “Herr Tenenbom, wie steht es Ihrer Meinung nach um die Medienlandschaft und die Meinungsfreiheit hierzulande?”

Tenenbom: “Es gibt keinen Journalismus mehr, vor allem in Deutschland nicht. Stattdessen gibt es Aktivismus. Journalisten berichten nicht mehr, was geschieht, sondern was wir denken sollen. Carolin Emcke, die 2016 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekommen hat, ist eine Aktivistin, keine Journalistin. Sie predigt.”

SPIEGEL ONLINE: “Die besten Journalisten sind für Sie also jene …”

Tenenbom: …”… die von Tatsachen berichten. Und die uns nicht erzählen, was richtig und was falsch ist.”

Diese Erfahrungen und Prinzipien eines der renommiertesten deutschen Journalisten werden in den sozialen Medien der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts vielfach mit Füßen getreten. Fakten und Inhalte werden zunehmend in den Hintergrund gedrängt. Dies gilt auch für Talkshows, wie “Anne Will”, “Maybritt Illner” oder “Hart aber fair”. Die auf kurzfristige Wirkung abzielende Emotionalisierung, Polarisierung und Meinungsmache überlagert Fakten und Inhalte und macht eine konstruktive und konsensorientierte Diskussion in vielen Fällen unmöglich. Die Radikalisierung der Diskussionen fördert die Spaltung der Gesellschaft, die durch Filterblasen und Echokammern in den sozialen Medien sowie durch die gezielte Einflussnahme von Lobbyisten zusätzlich befeuert wird. Die Grenzen zwischen Nachrichten, Kommentaren, Meinungen und “Fake News” verschwimmen immer mehr.

Dies wiederum führt zu einem Vertrauensverlust gegenüber Politik und Medien. Darüber hinaus ist es weniger wahrscheinlich, dass gemäßigte Bürger für wirklich wichtige Themen mobilisiert werden können, wenn jede Kleinigkeit aus eigennützigen, parteitaktischen oder wirtschaftlichen Motiven (Quote, Auflage, Werbeeinnahmen) künstlich zu einem Skandal hochgejazzt wird. Und last, but not least lenken die medialen Nebelbomben in Nebenkriegsschauplätzen die Aufmerksamkeit von den eigentlich wichtigen Themen ab.

Quelle: Kurt Brand

Die Macht der Vier – Facebook, Amazon, Apple & Google

Facebook, Amazon, Apple & Google – weltweit bekannt, weltweit genutzt. Von jedem. Wahrscheinlich auch von Ihnen?! Natürlich, warum auch nicht?

Dank der Logistikflotte (Flugzeuge, Drohnen, Cloud) von Amazon werden Produkte so schnell wie noch nie bereitgestellt. Facebook vernetzt Menschen weltweit. Google tut das, was viele von uns öfter tun sollten: Denken. Noch nie war Wissen und Ware so transparent und schnell verfügbar.

Die Vier scheinen aktuell konkurrenzlos zu sein. Auch die Fakten geben dieser These Recht:

Der Wert der Facebook Aktie entsprach trotz kürzlichen Absturz immer noch 40 Prozent aller DAX Konzerne. Apple und Amazon liefern sich einen Wettkampf, wer zuerst als 1 Billionen Dollar Unternehmen in die Geschichte eingeht. Auch die Marktmacht von Google ist unumstritten. Schließlich hat die Suchmaschine in vielen Ländern einen Marktanteil von 90%.

Zusammengerechnet entspricht der Wert dieser Vier etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Deutschland.

Vier Unternehmen, die nur noch digital und als Plattform existieren, stellen quasi über Nacht jahrzehntelange Fertigungsexpertise in den Schatten. Die Automobilindustrie mit Firmen wie BMW oder VW stellt die zentrale Säule des wirtschaftlichen Erfolgs in Deutschland dar. Schließlich erwirtschaftet diese Industrie einen Umsatz von rund 423 Mrd. Euro und beschäftigt direkt 820.000 Personen. Außerdem sind wir allein als Autoexporteur mit 21 Prozent am globalen Exportvolumen beteiligt. Doch das scheint im Vergleich zu den neuen Technologieunternehmen wertlos.

Vielleicht spricht der amerikanischen Marketingexperte Scott Galloway zu Recht von den vier apokalyptischen Reitern.

Bedeutet das jetzt, dass hinter jeder neuen digitalen Innovation der Teufel höchstpersönlich steht? Sind die Reiter nur Vorboten, um uns letztendlich zu digitalen Zombies zu machen? Nein, natürlich nicht. Die Welt und die Industrie stehen vor einem digitalen Wandel. Und das ist auch gut so, denn genießen wir nicht alle den Vorteil einer vernetzen und innovativen Umgebung. Trotzdem sollte man ab und zu die VR Brille absetzen und Dinge hinterfragen.

Quelle: ACHTZIG20

Das könnte Sie auch interessieren...
Vor einigen Tagen wurden auf Social Media Plattformen mehrere Videos Mehr lesen...